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Nach Schreibpausen wieder in die Puschen kommen

In die Puschen kommen

Wer schon länger schreibt, der kennt das vielleicht: Man macht eine Woche Pause, weil das „Real Life“ einen auslastet und man schlicht keine Zeit für kreatives Arbeiten hat… und dann plötzlich geht gar nichts mehr. Obwohl es an Schreiblust wahrlich nicht mangelt.

Bei der Artikelüberschrift war ich mir nicht sicher, ob ich besser „aus den Puschen kommen“ schreiben sollte. Nach einer kurzen Rechercher wusste ich jedoch, dass beides dasselbe bedeutet. Den Arsch hochkriegen, wenn man es mal etwas gröber ausdrücken möchte.

Schreibpausen können sehr lehrreich sein, hilfreich sind sie sowieso. Man kann den Kopf frei machen und Gedanken reifen lassen. Wenn man nicht zu lange wartet, dann steht einem auch nach einer Woche Enthaltsamkeit alles offen.

Wichtig ist bloß, dass man die Gedanken gären lässt. Und Gärung ist etwas anderes als Faulung, das wissen wir Deutschen, die das Bier angeblich so lieben, doch auch am besten!

Klein anfangen

Es empfiehlt sich, nach einer Schreibpause möglichst bald wieder mit dem Schreiben zu beginnen. Es muss zwischen der bewussten Pause und der ungewollten Pause unterschieden werden.

Erstere schafft Zeit für andere wichtige Dinge im Leben, Letztere wird – wenig originell – „Schreibblockade“ genannt. Darum soll es an dieser Stelle jedoch nicht gehen, viel mehr wollen wir uns auf das konzentrieren, was beim Schreiben hier und jetzt weiterhilft.

In einem anderen Artikel haben wir argumentiert, dass „irgendwas“ besser als „nichts“ ist. Das stimmt auch nach einer geplanten Pause vom Schreiballtag.

Es macht Sinn, immer wenigstens einen Notizblock mit sich zu führen; auch dann, wenn man sich eigentlich vorgenommen hat (oder vornehmen musste), etwas kürzer zu treten, um sich anderen Dingen zu widmen.

Man hat ja doch immer wieder gute Ideen, die man besser schriftlich festhält. Und auch die schlechten Ideen sollten notiert werden, weiß man doch erst später, nach der Umsetzung, dass es sich um schlechte Ideen handelt.

Wenn die Schreibhand nach einem komplizierten Bruch (Fahrradunfall, autsch!) für Monate im Gips gefangen ist, dann könnte ein Diktiergerät gute Dienste leisten. Aber auch ohne körperliche Einschränkungen kommt man manchmal an den Punkt, an dem die Schreibfeder schwer wie Blei zwischen den Fingern wiegt.

Hilft alles nichts! Man muss weiterschreiben, wenn man aus dem Motivationsloch heraus möchte.

Konsequent weitermachen

Wenn man erst einmal aus den Puschen in die Puschen gekommen ist, dann empfiehlt es sich weiterhin, möglichst kontinuierlich weiter zu arbeiten. Egal, wie unausgereift die Idee für eine Geschichte zu Beginn zu sein scheint: Sie wird verloren gehen, früher oder später, wenn man sie nicht zu Papier bringt.

Und mit eben solchen Einfällen kann man schnell seinen Rhythmus wiederfinden.

Obwohl Schriftstellerforen allgemein eher Zeitfresser sind, in denen hauptsächlich um Geschmack gestritten wird… man findet im Internet tolle Möglichkeiten, um den eigenen Output anzukurbeln.

Als Beispiel wäre da reddit.com/r/writingprompts zu nennen. Dort finden ideenlose, demotivierte, von Versagensangst geplagte Schriftsteller und Autoren „brain food“ in Form von Schreibaufträgen. Täglich kommen viele neue hinzu und die Gemeinschaft dort umfasst mehrere Millionen Mitglieder. (Eine Zahl allein ist natürlich nicht sehr aussagekräftig, aber wenn man sich dort ein wenig umschaut, erkennt man, dass viele wirklich mit Herzblut bei der Sache sind. Und Spaß scheint es den meisten dort auch zu machen.)

Es geht nicht darum, etwas zu schreiben, was man später verkaufen kann. Es geht darum, überhaupt etwas zu schreiben, wenn man lange Zeit nichts zu Papier gebracht hat.

Man muss konsequent sein, wenn man nicht immer wieder die berühmt-berüchtigte Schreibblockade auf den Plan rufen möchte.

Die Reddit-Seite war nur eines von hunderten Beispielen, die eine Suchmaschine, mit entsprechenden Begriffen gefüttert, herbeizaubern kann.

Großartig enden?

Am besten fühlt man sich, wenn man nicht mehr anders kann als zu schreiben, wenn das Schreiben nach einer langen Pause wieder zu einem Grundbedürfnis wird, vergleichbar mit Nahrungsaufnahme, Schlafen und Sex.

Man sollte keine Angst vor dem eigenen Werk haben oder sich schlecht fühlen, weil man einige Zeit „faul“ war.

Kleine Unterbrechungen sollte man unter „kreativer Pause“ verbuchen, längere Schreibstopps müssen eventuell näher untersucht werden. Manchmal hat das alles nichts mit dem Wollen bzw. dem Willen zu tun, manchmal halten uns ganz andere Dinge vom Schreiben ab. So etwas ist von Fall zu Fall verschieden, allerdings sollte man möglichst – man ist ja doch eitel! – keine Ausreden gelten lassen.

Zwei gebrochenen Hände sind sicher ein Hindernis, alles weniger Schmerzhafte kann rasch überwunden werden.

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