Unerfahrene Leser, Freunde & Bekannte fragen oft, ob es nötig sei, Schriftstellerei zu studieren. Ob man also das Schreiben erst in einer sogenannten Schreibschule lernen müsse. Ich verneine diese Frage vehement, obwohl ich Schreibschulen oder allgemein Lehrgänge zum Thema Schriftstellerei nicht verdamme! Schriftsteller zu sein und den Beruf auszuüben ist nicht zwingend mit einer “professionellen” Ausbildung verbunden, wie es beispielsweise bei Ärzten, Juristen oder Dachdeckern der Fall ist.
Schriftstellerei schon in der Schule lernen
Jeder, der in seinem Leben schon einmal Aufsätze schreiben musst, hat im Prinzip bereits die Grundsätze des kreativen Schreibens gelernt. Spannungsbögen, Einleitungen, Stilmittel & sonstige sprachliche Besonderheiten sind nichts Unbekanntes mehr…
Allerdings denken viele Menschen, dass es etwas völlig anderes sei, einen Schulaufsatz zu schreiben – Mit “echter” Schriftstellerei habe das überhaupt nichts zu tun!
Es stimmt natürlich, dass ein Aufsatz über zwei Seiten nur geringe Chancen auf den Status “Bestseller” hat – dennoch lernt man bereits in der Schule die Grundsätze kennen, die in Schreibschulen oder gar Universitäten für Schriftstellerei lediglich verfeinert werden.
Das Faszinierende ist doch folgender Aspekt: Sobald du das Schreiben in der Grundschule gelernt hast, kannst du Bücher mit deinen Worten füllen. Die einzige Eigenschaft, die man in keiner Schule lernen kann ist zugleich die wichtigste: Fantasie.
Schriftstellerei studieren – Interessante Vorteile
Diejenigen, die sich nie mehr als nur die Schulaufsätze unter Qualen abgemüht haben, werden womöglich über meine obige Erklärung ein wenig verärgert sein, stelle ich die Schriftstellerei doch als absolutes Kinderspiel dar.
Ich möchte allerdings betonen, dass es kein Kinderspiel ist, wenn man zwar Fantasie hat, die Werkzeuge eines Schriftstellers jedoch nicht beherrscht. Für Menschen, die gute Ideen in ihrem Kopf abgespeichert haben und keine Möglichkeit sehen, diese Ideen zu Papier zu bringen, sind Schreibschulen oder ein Studiengang der Schriftstellerei sicher eine hervorragende Wahl.
Zu den Vorteilen gehört beispielsweise die Tatsache, dass man mit Gleichgesinnten (fantasievollen, jedoch unsicheren Menschen) vereint das Schreiben lernt. Somit kann man von anderen “live” lernen und wiederum auch anderen dabei helfen, ihre Unsicherheit abzubauen.
Man setzt sich quasi wieder in ein Klassenzimmer und lernt erneut zu schreiben. Besonderer Augenmerk wird dann auf Dinge gelegt, die du auch auf meiner Website erfährst: Spannungsbögen erzeugen, den roten Faden im Auge behalten, in Kapiteln denken lernen, Distanz zum Werk erhalten, Selbstkritik üben, etc.
Wie beschrieben: Für viele Menschen ist es von großem Vorteil, die Schriftstellerei tatsächlich zu studieren, weil sie sich mit einem “Diplom in der Tasche” sicherer fühlen und ihren (längst vorhandenen, jedoch unentdeckten) Fähigkeiten vertrauen lernen.
Eine wichtige Anmerkung: Der Leser dieser Zeilen darf nun nicht erwarten, dass das Studium des Schreibens eine Garantie für Bestseller am laufenden Band ist. Diese Garantie kann dir niemand geben, wohl aber Hoffnung und Selbstvertrauen.
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Ich möchte später Schriftstellerin werden und habe schon genauere Vorstellungen. Z.B.: ich möchte hauptsächlich Romane schreiben u.a. aber auch Kinderbücher. Jetzt wollte ich mal wissen:
Also was GENAU braucht man wenn man Schriftstellerin werden möchte?
Mir hat ihr Text sehr gut gefallen…
Liebe Sophia, ich freue mich, wenn dir mein Text gefällt. Ich weiß nicht, inwiefern du dich außerdem mit meinen Artikeln beschäftigt hast – dieser und jener befassen sich nämlich mit deiner Frage sehr ausführlich.
Ich kann dir jedoch zusammenfassend ganz GENAU sagen, was du brauchst, um Schriftstellerin zu werden:
1. Du brauchst Mut, um deine Gedanken in Worte zu fassen
2. Du brauchst Ausdauer, um in Phasen der Fantasielosigkeit weiterzumachen
3. Du brauchst Sprachkenntnisse, die über typisches Schul- und Uni-Niveau hinausgehen
4. Du brauchst Fantasie, um aus dem “Nichts” einen Roman zu schreiben
5. Für Kinderbücher solltest du außerdem mit einem Illustrator zusammenarbeiten, da Kinder lieber Bilder anschauen anstatt Texte zu lesen
Bei weiteren Fragen darfst du dich gern hier melden!
Hi !
Also zu Ihrem Text kann ich Sophia nur zustimmen. Er ist wirklich sehr toll. Ich habe schon ein paar Kurzgeschichten geschrieben und habe an sich eigentlich immer sehr gute Ideen. Nun aber mein Problem, ich habe gute Ideen, finde aber keinen Weg diese bis zum Schluss durchzuführen.
Zum Beispiel soll es in einem Buch eine Wendung geben, die durch den Tod eines Freundes stattfindet. Ich schaffe es allerdings nicht wirklich bis zu diesem Punkt zu kommen, da sowas am Anfang relativ langweilig wäre. Ich würde mich sehr freuen wenn Sie mir schnellst möglich antworten. Auch per E-Mail wenn dies möglich ist.
Mit freundlichen Grüßen
Bastian
Hallo Bastian,
deine Problematik möchte ich ohnehin gerne in einem eigenen Artikel besprechen. Es gibt nämlich viele Methoden, um erstens den roten Faden nicht zu verlieren und zweitens einen vernünftigen Spannungsbogen zu kreieren.
Ich melde mich allerdings auch noch per E-Mail, falls du das hier nicht liest :-)