Sonett
| Begriff | Von lat. sonus (Klang, Schall) bedeutet Sonett “Kleines Klangstück”. |
| Definition | In der italienischen Originalform besteht ein Sonett aus vier Strophen, von denen die ersten beiden Vierzeiler – Quartette – sind und die letzten beiden Dreizeiler – Terzette. Dabei sind die einzelnen Zeilen elfsilbig mit weiblicher Kadenz, was im übertragenen Sinne einem Jambus entspricht. In der Urform des Sonnets wird in der ersten Strophe die These vorgestellt, woraufhin in der zweiten Strophe eine Antithese folgt und in den beiden Terzetten die Synthese dargestellt wird. Andere Länder, andere Sitten zählt jedoch auch beim Sonett. Beinahe jedes dichtende Volk hat das Sonett seinen Bedürfnissen angepasst. Ein Beispiel dafür ist das →Englische Sonett. |
| Verwendung | Da sich Sonette durch die Jahrhunderte großer Beliebtheit erfreut haben, gibt es nahezu kein Thema, was sie nicht behandeln wurden. |
| Beispiel | An eine Geschminkte (Gryphius)
Was ist an Euch, daß Ihr Euch eigen möget nennen? Und daß Eur Wangen von gezwungner Röte brennen, Wenn dies von außen ist, was mag wohl in Euch sein Auch ein falsch Herze steh, voll schnöder Heuchelei. |
