Figurengedicht
| Begriff | Die Wörter des Gedichtes ergeben eine Figur. |
| Definition | Zusätzlich zu der Bedeutung der geschriebenen Worte des Gedichtes wird durch die Formung der Worte in ein Bild (oftmals symbolträchtig wie ein Kreuz etc.) erzeugt, das eine weitere Ebene für den Betrachter/Leser bereithält. |
| Verwendung | Wird verwendet, um einen Text interessanter zu gestalten oder eine zusätzliche Bedeutungsebene hinzuzufügen. |
| Beispiel | Über den gekreuzigten Jesus (Catharina Regina von Greiffenberg)
Seht der König König hängen /
und uns all mit Blut besprengen. Seine Wunden seyn die Brunnen / draus all unser Heil gerunnen. Seht / Er strecket seine Händ aus / uns alle zu umfangen; hat / an sein liebheisses Hertz uns zu drucken / Lustverlangen. Ja er neigt sein liebstes Haubt / uns begierig mit zu küssen. Seine Sinnen und Gebärden / sind auf unser Heil gefliessen. Seiner Seiten offen-stehen / macht sein gnädigs Herz uns sehen: wann wir schauen mit den Sinnen / sehen wir uns selbst darinnen. So viel Striemen / so viel Wunden / als an seinen Leib gefunden / so viel Sieg- und Segens-Quellen wolt Er unsrer Seel bestellen. zwischen Himmel und der Erden wolt Er aufgeopffert werden: daß Er Gott und uns vergliche. uns zu stärken / Er verbliche: Ja sein Sterben / hat das Leben mir und aller Welt gegeben. Jesu Christ! dein Tod und Schmerzen leb’ und schweb mir stets im Herzen! |
