Tipps für Autoren
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„Irgendwas“ ist mehr als „nichts“

Steter Tropfen höhlt den Stein

Oder: Steter Tropfen höhlt den Stein und warum man lieber hier und da mal etwas schreibt anstatt lange auf den einen großen Tag hinzuarbeiten, an dem man dann doch nichts zu Papier bringt.

Wenn man sich mit Menschen unterhält, die mit dem Schreiben nichts am Hut haben, wie man so schön sagt, dann wundern sich diese oft über das Gemecker. „Ich komme einfach nicht voran“, sagt man und als Antwort kommt bloß verstohlenes Nicken. Sie verstehen nicht. Ihr Denken kann grob in zwei Lager eingeteilt werden: Die einen denken, dass es eine Kunst ist, einen Text zu schreiben, der länger als die letzte Musterbewerbung ist. Die anderen denken, dass wir Autoren uns bloß anstellen.

Wichtig ist für erfolgreiche Autoren das kontinuierliche Schreiben, auf den Umfang kommt es dabei nicht allzu sehr an.

Es muss nicht immer ein Roman sein

Viele Autoren und Schriftsteller erliegen der Illusion, dass sie erst dann ernstzunehmende Schreiberlinge sind, wenn sie einen, zwei oder gar drei Romane geschrieben, veröffentlicht und (mit akzeptablem Profit) verkauft haben.

Das sind alles quantitative Werte, die im Zweifel jedoch auch nicht glücklich machen.

Es macht keinen Spaß, wenn man sich ständig unter Druck setzt. Da kann das anvisierte vollendete Werk noch so fantastisch sein.

Aber: Es muss ja nicht immer ein Roman sein. In vielen Fällen ist es vielleicht sinnvoller, sich erst einmal mit kleineren Geschichten oder gar Gedichten zu beschäftigen.

„Kleivieh macht auch Mist“

Das weiße Blatt Papier auf dem Schreibtisch ist für manche Ansporn, für die meisten der blanke Horror. Man verheddert sich in unsinnigen Gedanken, die davon ablenken, was wirklich wichtig ist.

Man denkt z.B., dass es sich nicht lohnt, einen kurzen Text zu schreiben, weil den niemand liest. Oder man glaubt, dass man besser dran ist, wenn man sich erst einmal nur theoretisch mit dem begonnenen Werk beschäftigt. Man macht Pläne und im Idealfall sogar stichpunktartige Notizen.

So richtig in Fahrt kommt man aber nicht, weil man insgesamt zu viel über das Schreiben nachdenkt.

Schreiben ist im Gegensatz zum Denken jedoch etwas, dass man nur praktisch und nicht theoretisch ausüben kann. Das Gedachte will zu Papier gebracht werden. Es will gelesen werden. Von wem? Ist doch am Anfang völlig schnuppe.

Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man zumindest eine kleine Geschichte zwischendrin aufschreiben kann. Zeit genug haben wir alle, jeder hat 24 Stunden pro Tag. An Freizeit zum Schreiben mangelt es uns wahrlich nicht. Wenn da nicht das Bild von Shakespeare im Kopf herumschwirren würde, der bekanntlich tausende Gedichte und diverse monumentale Stücke geschrieben hat.

Was viele dabei vergessen ist: Shakespeare hat einzelne Sonette verfasst, die losgelöst von den anderen für sich stehen können. Kleine Gedanken, große Gefühle, meisterhaft gereimt.

Um am Ende des Lebens tausend und mehr vollendete Texte vorweisen zu können, muss man ja irgendwann und irgendwo mal beginnen.

Und es müssen ja keine Sonette sein, vielleicht bringt einen bereits ein Haiku am Morgen ausreichend in Fahrt?

Organisation ist die halbe Miete

„Irgendwas“ aufschreiben ist besser als „nichts“ aufzuschreiben.

Es hilft ungemein, wenn man ein wenig Ordnung in den Schreiballtag bringt. Dabei unterstützen uns Computerprogramme, klassische, in Leder gebundene Kalender und Notizblöcke und in der simpelsten Form ein einzelnes Blatt Papier, die tabula rasa.

Gerade Letzteres sollte immer in greifbarer Nähe sein, denn man muss sich angewöhnen alles aufzuschreiben.

Hier mal ein Satz, dort ein interessantes Wort, auf jenem Zettel einen kleinen Dialogfetzen, der einem unter der Dusche eingefallen ist.

Man muss sich von dem oben genannten Irrglauben lösen, dass man nur dann berechtigt ist, überhaupt etwas aufzuschreiben, wenn es ein garantierter Weltbestseller wird.

Alle Bestseller, die es zu kaufen gibt, wurden mit dem ersten Satz begonnen, auf den dann tausende weitere Sätze folgten.

Am Ende entsteht eine Geschichte sehr linear. Es wird ein Stein auf den anderen gelegt.

Und dabei hilft die Notizsammlung, die man im Idealfall mit Farben markiert und in einen Ordner einheftet, der sich im gleichen Raum wie das Schreibgerät befindet.

Mit Schreibgerät ist der analoge Füller oder Kugelschreiber gemeint, denn die schnellste oder eher dynamischste Methode, um Gedanken zu Papier zu bringen, ist: Gedanken via Stift zu Papier bringen.

Dumm ist nur, wenn man den Überblick über die Notizen verliert, daher empfiehlt es sich, schon zu Beginn der Schreibkarriere ein individuelles System zu überlegen, mit dem nichts verloren geht.

Es muss ja nicht gedruckt werden…

Ein weiterer Irrglaube ist, dass man nur dann etwas schreiben sollte, wenn man sich vorstellen kann, dass es irgendwann käuflich erwerbbar ist. Was für ein Unsinn! Das ist nicht kreatives, sondern kapitalistisches Denken. Der Buchmarkt ist voll von Geschichten, die auf diese Weise entstanden sind. Nicht selten sind diese Geschichten Bestseller.

Nur weil sich etwas häufig oder „gut“ verkauft, heißt das noch nicht, dass es auch wirklich „gut“ ist. Ein themenfremdes Beispiel wären Schusswaffen oder Fast Food. Das Zeug bringt Leute um und trotzdem kaufen wir diesen Scheiß.

Was sind deine Ideen zu diesem Thema? Hast du gute Erfahrungen mit einer bestimmten Methode zum Erhalten der Ordnung gemacht? Was bringt eher weniger?

Bis dahin verbleiben wir mit dem etwas schwerfälligen Satz: „Irgendwas“ ist mehr als „nichts“.

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