Autoren fragen: Illustrator für ein Buchcover engagieren?

by Wort/Satz/Buch on 12. August 2010 · 3 comments

Eines der häufigsten Argumente für einen Buchkauf ist das Buchcover. Wenn das Cover einen guten Eindruck hinterlässt, ist der Griff zum Buch selbst und das Lesen des Klappentextes die logische Konsequenz. Wenn jetzt der kurze Text überzeugt, landet das Buch im (virtuellen) Einkaufswagen. Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade ein Buch verkauft!

Selbstverständlich ist ein aufwändig von einem Profi-Illustrator gestaltetes Cover keine Garantie für einen Bestseller, aber die Tendenz ist eindeutig und du kannst sie selbst leicht im Buchhandel und seinen Bestsellerlisten beobachten: Hübsch designte Bücher verkaufen sich einfach besser.

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Profis kosten Geld. Viel Geld.

Ein professionell gestaltetes Buchcover kostet ziemlich viel Geld. Profis nehmen für ein Cover gern zwischen € 500,- und € 10.000,- (siehe unsere Diskussion im Forum: Wieviel kosten Illustrationen für Buchcover?).

Ob sich das für dein Buch lohnt, musst du selbst entscheiden. Wenn du allerdings anstrebst, Geld mit der Schriftstellerei zu verdienen, dann solltest du abwägen, ob eine so große Ausgabe überhaupt wieder durch deine Verkäufe gedeckt werden kann! Wenn das Geld keine Rolle spielt und du ein Buch nur hobbymäßig vertreiben möchtest, ist eine Investition von knapp € 1000,- wohl noch im vertretbaren Bereich.

Außerdem bezieht sich deine Frage heute nur noch auf den reinen Selbstverlag, bei dem du alles selbst erledigst. Die meisten Book on Demand Anbieter haben Illustratoren angestellt und werden auch für dein Werk ein “Standardcover” erstellen. Ob das allerdings deinen Vorstellungen entspricht und qualitativ mit einer individuellen Illustration mithalten kann, ist eine ganz andere Frage.

Fakt ist jedoch, dass sich auch schlecht designte Bücher durchaus gut verkaufen können. Design ist nämlich Geschmackssache. Es gibt Richtlinien und es gibt das persönliche Gusto. Es verhält sich bei einem Buchcover wie mit der sogenannten Lieblingsfarbe: Dem einen gefällt es, der andere hasst es!

Alternative #1 – Semi-Profis engagieren

Anstatt den ganz Großen der Branche den Auftrag zu erteilen, kannst du dich auch an semiprofessionelle Illustratoren wenden oder gar Amateure, die talentiert sind. Solche Leute findest du in allen möglichen Foren für Medien, Gestaltung und Design!

Der Vorteil: Manche dieser Künstler arbeiten (weil sie eben noch keine Profis sind) für wenig Geld und einige wenige geben sich sogar mit der Namensnennung und einem Verweis auf ihr Online-Portfolio zufrieden. Es lohnt sich also, ein wenig in den einschlägigen Foren zu stöbern und eventuell ein kostenloses Inserat zu formulieren.

Tolle Anlaufstellen sind folgende Communities:

Alternative #2 – Das Cover selber gestalten

Für persönliche Bücher (Gedichtbände, Essays, etc) bietet sich auch die kostengünstige Alternative an, das Cover selbst zu gestalten. Das ist bei Eigenpublikationen ohnehin der Status Quo und niemand wird sich über ein “schlecht gestaltetes” Cover beschweren, wenn er sieht, dass du es allein gebastelt hast.

Das Problem bei dieser Alternative zu teuren Profi-Illustratoren ist jedoch der recht hohe Anschaffungspreis für eine geeignete Software. Natürlich könntest du auch mit Bleistift, Tinte und Kugelschreiber arbeiten und die Illustrationen mühsam einscannen, aber das wirst du wohl kaum anstreben!

Tolle Programme für diesen Zweck gibt es Dutzende. Die Preise für die Software reichen von € 0,- bis zu mehreren tausend Euro.

Hier eine Auswahl:

Manchmal kannst du Glück haben und bei Amazon.de auf günstige Adobe Versionen stoßen, die schon etwas älter sind und daher nicht mehr allzu beliebt. Dennoch bietet Adobe immer noch die beste Software in Sachen Vektoren (und somit Illustrationen) an, daher lohnt sich ein Blick auf Ebay, Amazon und sonstige Kleinanzeigen!

Bild CC 2.0 by A Journey Round My Skull / flickr

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Thomas Michalski August 14, 2010 um 18:16

Hallo zusammen!

Ein schöner und guter Text, zu dem ich gerne einen Aspekt ergänzen würde:
Dass das Buch im Laden letztlich seine Käufer über sein Design sucht und (hoffentlich!) findet, das ist denke keine Neuigkeit. Online ist das Feld geteilter, da sich die kleine Grafik etwa bei Amazon mit beschreibenden Texten, Rezensionen und dergleichen den Raum teilen muss.

Ein Aspekt, der aber oft und gerne vergessen wird, liegt ganz wo anders: Auch die Leute, die entscheiden, was etwa (bei großen Ketten) angeschafft und in die Läden geräumt wird respektive was (im ‘wirklichen’ Einzelhandel) letztlich gelesen, empfohlen und im Regal nach vorne gestellt wird, entscheiden ebenfalls Menschen.
Sieht das Buch attraktiv aus, ist die Chance größer, dass auch die Händler willens sind, dem Titel eine Chance zu geben. Gerade wenn er aus unbekannter Hand kommt.

Das ist ein Aspekt, der gerne auch von Selbstverlegern übesehen wird. Insofern ist die Wahl des Umschlags und der Titelillustration nicht nur eine Entscheidung, die direkt das Kundverhalte beeinflusst, sondern durchaus auch die Chance des Kunden, das Buch überhaupt einmal in der Hand zu halten.

Aber wie gesagt: Ein schönes Posting zum Thema :)

Viele Grüße,
Thomas

F.R.J.K August 24, 2010 um 16:16

Vielen Dank für den fundierten Kommentar.

Der Aspekt sollte tatsächlich nicht vergessen werden und ich muss zugeben, selber nicht daran gedacht zu haben, dass es immer noch “Vermittler” gibt, die den “Entscheidern” Tipps geben. Ob ein Buch im Laden erscheint, hat also umso mehr mit der Gestaltung und dem ersten Eindruck zu tun.

Immer wieder faszinierend, um wie viele Ecken wir denken müssen, wenn es um die – eigentlich einfach erscheinende – Vermarktung von Produkten geht.

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