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Faden verloren? – So bringst du deine Geschichte garantiert voran

Roter Faden

Wer viel schreibt, der kommt früher oder später an den Punkt, an dem er nicht weitermachen kann. Die Geschichte gerät ins Stocken, der rote Faden muss mit der Lupe gesucht werden. Im schlimmsten Fall wurde aus einem Faden eine doppelzüngige Schlange, die einen in einschlägige Foren zwingt, die einem dann doch nicht weiterhelfen…

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as Problem bei der Diskussion mit Fremden: Man läuft Gefahr, sich die Laune noch weiter zu verderben. Der Autor allein muss wissen, wie es weitergeht. Jemand, der die ersten 150 Seiten des Manuskripts nicht kennt, ist beim besten Willen nicht qualifiziert, um „Tipps“ zu geben.

Das interessiert die Diskussionspartner im Forum natürlich herzlich wenig, sitzen sie doch selber an Geschichten, die sie seit Monaten nicht voran gebracht haben…

Es hilft alles nichts. Man muss sich im schlimmsten Fall zwingen, die Feder erneut in die Hand zu nehmen, um das Werk zu vollenden.

Der rote Faden bei Romanen

Die meisten Besucher werden vermutlich auf diese Seite gelangen, weil sie gerade an einer Geschichte (fest)sitzen, die man im Idealfall als Roman klassifizieren kann. Je länger der Text, desto mehr kann schieflaufen. Man verhaspelt sich mit einem Subplot, redet kapitelweise um den heißen Brei herum und überhaupt: „Warum ist mein Protagonist so unglaublich langweilig?“

Schreiberlinge, die schon vor Beginn der eigentlichen Textarbeit einen Plan für ihre Geschichte erstellt haben, beispielsweise eine grobe Kapitelüberschrift in einem separaten Dokument, können schnell zum roten Faden zurückfinden.

Freiheitsliebende Autoren und Schriftsteller, bei denen alles „sicher“ im Kopf abgespeichert ist, kommen leicht ins Stolpern, spätestens dann, wenn sie aus den verrücktesten Gründen für einen längeren Zeitraum (1 Woche und mehr) nicht an ihrer Geschichte arbeiten.

Im Normalfall dreht sich ein Roman um einen Hauptdarsteller, den Protagonisten. Dieser erlebt die Geschichte und der Leser schaut zu.

Es hilft daher, sich immer wieder und wieder und wieder darauf zu besinnen, was die eigentliche Mission des Protagonisten ist.

Was will der Protagonist erreichen? Wie will er es erreichen? Wer will ihn an der Erfüllung seiner Träume hindern? (Antagonist)

Und dann bleibt noch die Frage, was der Autor erreichen will.

Es gibt kein Patentrezept, um den roten Faden wiederzufinden. Wie bereits oben angemerkt hilft die intensive Beschäftigung mit der Geschichte und vor allem mit dem Hauptdarsteller und seinen Freunden und Feinden, auch und gerade dann, wenn es düster aussieht und man eigentlich aufgeben will.

Man kommt nicht drum herum, weiterzumachen. Warum sonst setzt man sich überhaupt an den Schreibtisch oder ins Café? Einen Roman schreibt man nicht aus Langeweile, Geldgier, Aussicht auf Ruhm… man schreibt ihn, weil man muss. Weil man nicht anders kann.

Kurzgeschichten zum Abschluss bringen

Bei Romanen kann man sich Zeit nehmen, um den Plot auszuschmücken, um Dinge zu erzählen, die nicht unbedingt notwendig sind.

Kurzgeschichten müssen (!) kurz sein. Sonst würde man sie anders nennen. Novelle beispielsweise, aber das ist ein völlig anderes Kapitel.

Der Umfang einer Geschichte ändert nichts an den Bedürfnissen des Lesers, die befriedigt werden müssen, wenn man sich selber befriedigen will.

Bei einer Kurzgeschichte kann man kaum zu wenig schreiben. Rasch verzettelt man sich jedoch, weil man zu nah an das Geschehen „heranzoomt“ und Details beschreibt, die den Romanformen vorbehalten sind.

Eine Kurzgeschichte zum Abschluss zu bringen bedeutet auf „unwichtige“ Einzelheiten zu verzichten. Das „big picture“ darf man nicht aus den Augen verlieren.

Klassische Kurzgeschichten haben meist nur einen Plot, während Romane mehrere ineinander verschachtelte Handlungsstränge vorweisen können.

Man muss sich als Autor von kurzen Geschichten daran gewöhnen, dass man Fragen offen lässt. Wichtig ist, dass man die richtigen Fragen für den Leser offen lässt. Soll er sich ruhig Gedanken über die Dinge machen, an die der Schreiberling gar nicht gedacht hat. Solange er das Wort „ENDE“ mit einer gewissen Befriedigung liest, ist alles in Ordnung.

Während man im Roman fast unendlich frei ist, schränkt die Kurzgeschichte uns ein. Was ist die eine Mission, die der Protagonist zu erfüllen sucht? Wer ist der eine Antagonist, der den Protagonisten am „Gewinnen“ hindern will? Braucht man überhaupt einen Antagonisten? Oder soll der Protagonist introspektiv an einem bestimmten Problem knabbern?

Man darf die formale Einschränkung jedoch nicht mit einer Beschneidung der Kreativität verwechseln. Konkrete Ideen gibt es weiter unten.

Ein Gedicht vollenden

Ein Gedicht kann gereimt sein, muss es aber nicht. Es kann einer logischen Struktur folgen, muss es aber nicht. Es kann in einem Gedicht um alles gehen – oder um nichts.

Die größte Freiheit beim Schreiben erleben viele Schriftsteller beim Verfassen eines Gedichts. Alles ist erlaubt, die Einordnung in Epoche, Stil und „Qualität“ überlässt man am besten den Kritikern, die sich so manches Mal an „freier Lyrik“ die Zähne ausbeißen.

Das uns bekannte „klassische“ Haiku besteht aus 17 Silben, verteilt auf drei Zeilen. Da kann man nicht viel erzählen, keine Seiten füllen, um die Gesamtseitenzahl künstlich aufzublähen. Man muss die Sprache gut genug verstehen, um Irrelevantes weglassen zu können, ohne das geschriebene Wort allzu sehr zu verstümmeln.

Dann wiederum muss das Gedicht auch nicht wirklich Sinn machen, da sowohl Rhythmus als auch Melodie des Worte ausschlaggebend für das „Gefallen“ eines Gedichts sind.

Es verhält sich somit ähnlich wie bei Songtexten, die sogar in den seltensten Fällen Sinn ergeben und oftmals aus einer Aneinanderreihung gut klingender Worte bestehen.

Der häufigste Grund, warum Dichterinnen und Dichter an einem Text festhängen, ist mangelnde Sprachkenntnis. Je mehr Wörter man kennt, desto besser, vor allem dann, wenn man gereimte Texte schreiben möchte.

Was reimt sich auf „Wende“?

Mir persönlich wären folgende Begriffe nicht eingefallen: „Remittende“, „Agende“, „Allmende“.

Ich konnte sie jedoch nachschlagen, weil ich mir das sogenannte Reimlexikon von Willy Steputat gegönnt habe.

Ein „gebildeter“ Wortschatz allein macht selbstverständlich immer noch kein Gedicht aus, aber je mehr Wörter man kennt, desto mehr Optionen hat man. Reimen ist eine Fähigkeiten, die man tatsächlich trainieren kann.

Den roten Faden wiederfinden

Nachfolgende „Tricks“ helfen seit Jahrtausenden. Behaupte ich einfach mal. Es gibt natürlich gar keine „Tricks“, bloß Fragen, die man sich immer und immer wieder stellen muss.

Zum letzten Punkt gibt es eine tolle Übersicht auf www.tvtropes.org

Dort findet man typische Formeln, die zumindest auf die Unterhaltungsliteratur sehr einfach übertragen werden können. Besonders empfehlenswert im Fall einer Schreibblockade ist der sogenannte Trope Finder.

Fazit: Wo kein Kläger ist…

Dieser Blogeintrag beinhaltet knapp 1200 mehr oder weniger klug gewählte Wörter, die gemäß der Deutschen Grammatik in einen Fließtext verwandelt wurden, den (hoffentlich) jeder versteht, der lesen kann.

Warum 1200 Wörter? Warum nicht 2000? Und warum nicht nur 1000?

Schreiben hat nichts mit „wissen“ zu tun. Es geht darum, was der Autor denkt, glaubt und fühlt. In diesem Fall denke, glaube und fühle ich, dass alles gesagt wurde, was mir zu diesem Thema einfällt.

Daher: Punkt. Und aus. Viel Erfolg!

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