Obwohl man als Schriftsteller oder Autor “eigentlich” wissen sollte, wie man was am besten schreibt (natürlich auch völlig fehlerfrei), unterläuft jedem irgendwann ein Fehler, den er oder sie auch bei der Korrektur von Hand nicht findet. In solchen Fällen kann ein professioneller Lektor helfen. Fünf Tipps fürs Korrekturlesen gibt’s hier, die Antwort nachfolgend im Fließtext.
Brauche ich einen Korrektor?
Ein Korrektor ist ausschließlich dafür da, einen Text von von orthographischen, grammatikalischen und syntaktischen (Interpunktion und Satzbau) Fehlern zu befreien. Ob allerdings der Text einen Sinn ergibt oder völlig unlogisch formuliert ist, interessiert den Korrektor nicht!
Das ist auch der Grund, warum dieser früher hoch angesehene Beruf nahezu ausgestorben ist; Rechtschreibprüfprogramme im Computer übernehmen heute relativ zuverlässig den Job des Korrektors.
Ob du nun einen rein aufs Korrektorat spezialisierten Dienstleister benötigst oder dich für einen Lektor (dazu gleich mehr) entscheidest, kommt auf die Art des Textes an. Fachunspezifische Texte müssen oftmals nicht lektoriert werden – eine Überprüfung auf die oben genannten Fehlerquellen (Orthographie, Grammatik, Syntax) dürfte genügen.
Allerdings kannst du eben diese Fehlerquellen auch recht zuverlässig mit der automatischen Rechtschreibprüfung eines Microsoft Word, OpenOffice.org oder beliebigen anderen Office-Suiten ausfindig machen und anschließend korrigieren.
Brauche ich einen Lektor?
Du brauchst wahrscheinlich dann einen Lektor, wenn du dir sowohl bezüglich deiner sprachlichen Fähigkeiten (Orthographie, Grammatik, Syntax) als auch bezüglich deiner erzählerischen Fähigkeiten unsicher bist.
Das Lektorat beinhaltet bei den meisten Dienstleistern ein umfassendes Korrektorat und ist nochmals in zwei Bereiche unterteilt:
- Das Stillektorat: Wie der Name bereits verrät, verbessert ein Stillektorat die Verständlichkeit & Lesbarkeit eines Textes. Komplizierte Sätze werden vereinfacht, unlogische Konstruktionen eliminiert und unnötige Passagen rigoros gestrichen. Es handelt sich um einen sehr tiefen Eingriff in den Text – die letzte Entscheidung über eine möglicherweise gravierende Änderung des Textes verbleibt natürlich beim Autor / Schriftsteller (also dir!).
- Das Fachlektorat: Das Fachlektorat wird in fachbezogenen Texten verwendet, die sich auf ein bestimmtes (professionelles) Thema konzentrieren. Wenn man als Laie beispielsweise einen Deejay Ratgeber schreibt, dann kann das gehörig daneben gehen, wie man so schön sagt. Um fachliche Kompetenzen auf das Werk zu übertragen, werden die sogenannten “Fachleute” mit einer Durchsicht und Korrektur beauftragt.
Wie viel kostet das Lektorat / Korrektorat?
Du erkennst, dass der Aufwand eines Lektorats verglichen mit dem Korrektorat eines Textes bedeutend höher ist. Dieser Umstand wirkt sich logischerweise auf die Preise aus – Die Preisgestaltung ist den jeweiligen Lektoren / Korrektoren überlassen, allerdings bewegen sie sich meist im Bereich von:
- € 1,50 bis € 3,- pro 1000 Zeichen für Stillektorate
- € 2,- bis € 5,- pro 1000 Zeichen für Fachlektorate
- € 1,- bis € 1,50 pro 1000 Zeichen für reine Korrektorate
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Na ja. Jeder erfolgreiche Autor arbeitet mit einem Lektorat zusammen. Dies ist richtig und wichtig. Egal, ob Follett, King oder Heitz. Sie arbeiten mit ihren Lektoren am Endschliff. Drum sollte ein “Hobbyautor”, der es zu etwas bringen will, erst recht derartige, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Wobei ich unabhängig davon daran zweifle, dass mit der falschen Ambition der Erfolg antanzen wird.
Viele Grüße
Tina
Hi Tina, vielen Dank für deinen Denkanstoß.
Wenn ein Lektorat nicht so verflucht teuer wäre, würde ich jedem, der meine Seiten liest, immer wieder dazu raten. Wenn jedoch jemand in jahrelanger Arbeit eine Kurzgeschichte geschrieben hat, sollte man ihn vielleicht lieber nicht mit einer 1000,- Euro Rechnung vom Markt vergraulen, nur weil er ein paar Rechtschreibfehler gemacht hat.
Es ist ein zweischneidiges Schwert, daher tendiere ich eher zum Ratschlag: Leute, sucht euch einen kompetenten Verlag (mit Eigenbeteiligung), denn da ist das Lektorat im Preis mit drin ;-)
Das Lektorat einer Kurzgeschichte dürfte wohl kaum 1.000,- Euro kosten! Und wenn es wirklich nur um ein paar Rechtschreibfehler ginge, würde ja auch ein Korrektorat ausreichen. Ich bin mir nicht sicher, ob man bei einem Verlag mit Eigenbeteiligung wirklich günstiger wegkommt.
Mit der automatischen Rechtschreibprüfung findet man tatsächlich sehr zuverlässig Buchstabendreher und alte Rechtschreibung. Bei der Getrennt- und Zusammenschreibung ist sie viel weniger gut, weil häufig beides möglich ist, man muss nur wissen, wann – womit die Maschine überfordert ist. Kommasetzung dagegen ist ihr ein Rätsel, da ist der Mensch der Technik haushoch überlegen.