Die besten Book on Demand (BOD) Anbieter (Teil 1)

by Wort/Satz/Buch on 7. April 2010 · 5 comments

Buchdruck war lange nicht für jeden erschwinglich – Die moderne Technik des Laserdrucks (statt Offset-Druck) und eine weitestgehend digitale Abwicklung über PDF/EPS/PS-Dateien ermöglichen jedoch heutzutage, auch dank einer reifenden Konkurrenz vieler verschiedener Book on Demand Anbieter, jedem Autor oder Schriftsteller die praktische und kostengünstige Produktion des eigenen Werks.

Book on Demand – Was ist das?

Wie bereits im Vorwort angedeutet handelt es sich nicht unbedingt um eine spezielle Form des Drucks, sondern eher um eine Produktions-”Philosophie”, welche besagt:

Der Kunde erstellt ein sogenanntes Masterexemplar (PDF, EPS, allgemein PostScript-fähige Dateiformate) seines Textes und gibt entweder so viele Exemplare in Auftrag, wie er zu benötigen glaubt – oder aber erst einmal keines! Im letzteren Fall steht das Buch dennoch im deutschen Buchhandel zur Verfügung, wird jedoch erst auf Anfrage produziert.

Dieses Verfahren spart Geld, weil Lagerkosten entfallen und – je nach BoD Anbieter – keine Beratung stattfindet. Das bedeutet, dass man als Autor sein Werk durchaus selbst korrigieren & im Zweifel auch setzen sollte, um zusätzliche Kosten zu vermeiden.

PersonalNOVEL - ClassicLine - Full Banner

Sind alle Vorbereitungen getroffen, wählt man einen der Book on Demand Anbieter und gibt gegen eine Erstgebühr die gewünscht Anzahl Buchexemplare in Auftrag. Die Preise sind unterschiedlich, werden allerdings immer günstiger – dazu mehr im folgenden Überblick!

BoD – Books on Demand GmbH

Der Klassiker und Marktführer im deutschsprachigen Raum. Unter bod.de findet jeder Autor einen passenden Service, die Preise bewegen sich im annehmbaren Bereich, wobei jedoch nochmals zu betonen ist, dass man jeden einzelnen Service quasi zusätzlich “buchen” muss.

Das sogenannte BoD Classic Paket kostet ab € 39,00 und beinhaltet grundsätzlich keinen besonderen Service: Das Buch kann mit nur wenigen Klicks erstellt werden und steht dann in über 1000 Onlineshops zur Verfügung.

Es gibt insgesamt 5 nennenswerte Pakete, die sich bis in Preisregionen von bis zu mehreren € 1000,- bewegen: Service kostet also extra! Dass der Service jedoch gut ist, bezweifle ich nicht, handelt es sich doch um ein renommiertes Unternehmen mit sehr viel Erfahrung in der BoD-Branche.

Edition Winterwork

Ein weiterer Anbieter, der Rundumservice verspricht und dennoch auf den Druck kleiner Auflagen und die Nachproduktion spezialisiert ist.

Auf winterwork.de findet man einen praktischen (und realistischen) Buchkalkulator, mit dem man sich die ungefähren Kosten für das gewünschte Werk ausrechnen lassen kann. Die Preisspanne ist auch hier sehr flexibel, da man unter vielen verschiedenen Materialien wählen kann (Hardcover, Softcover, Klebetechnik, etc.) – je spezieller das Buch am Ende sein soll, desto teurer wird der Spaß.

Interessant bei Edition Winterwork ist allerdings das sogenannte Autoren-Paketprogramm für € 99,-

Man erhält damit einen Vertrag als Autor über zwei Jahre und für das Buch eine eigene ISBN – somit ist das Buch schließlich in allen Buchhandlungen und Onlineshops (theoretisch, denn ein Händler muss Interesse am Buch haben!) verfügbar. Tantiemen bei Verkäufen werden regelmäßig abgerechnet und alle Leistungen werden fast ausschließlich digital abgewickelt.

buchwerft.de (Breitschuh & Kock GmbH)

Unter buchwerft.de finden sich der obligatorische Buchkalkulator und drei verschiedene Komplettpakete (S, L, XL), die verschiedene Parameter beinhalten. Preislich bewegt sich dieser digitale Bücherhafen im Bereich von € 79,- bis € 449,- und ist damit sehr günstig.

Interessant beim XL-Paket ist der zusätzliche Marketingservice, der 10 Poster, 250 Visitenkarten und 50 Postkarten mit dem jeweiligen Buchcover zu Werbezwecken beinhaltet. Ob das allerdings reicht, um den vermeintlichen Bestseller zu vermarkten und die fast € 500,- zu refinanzieren? Ich bin mir nicht sicher.

Vorläufiges Fazit – Der BoD-Boom

Es handelt sich bei diesem Artikel um einen Teil der Reihe “Book on Demand Anbieter”, die nach und nach auf wort-satz-buch.de veröffentlicht wird. Es soll hierbei nicht darum gehen, einzelne Anbieter des Buchdrucks auf Anfrage zu bewerten, sondern lediglich grob zu skizzieren, um dem geneigten Leser (und den Sparfüchsen unter den Autoren und Schriftstellern) einen Überblick zu verschaffen.

Die einzelnen Anbieter unterscheiden sich nicht sehr voneinander: Die Preise bewegen sich je nach gewünschter Leistung im Bereich des Bezahlbaren, jedoch können dir oftmals vielgestaltigen Pakete unerfahrene Kunden überfordern und verwirren.

Die beste Anlaufstelle ist stets der bei jedem Anbieter auf der Website vorhandene Buchkalkulator, mit dem grob überschlagen werden kann, ob sich das Prinzip Book on Demand überhaupt lohnt.

PS: Wenn du bereits Erfahrungen mit einem der drei genannten Anbieter gemacht hast, darfst du gern per Kommentar darüber berichten!

Info Dieser Artikel wurde bereits 1.737x gelesen. Hoffentlich hat er dir auch gefallen. Ich würde mich freuen, wenn du deine Meinung, Kritik oder Verbesserungsvorschläge per Kommentar mitteilst.

Für Updates musst du lediglich hier deine E-Mail Adresse eingeben und du bekommst in Zukunft regelmäßige Tipps für deine Karrie als Schriftsteller, Autor, Blogger oder sonstiger Texter:

Mehr Artikel zum Thema:

  1. Die besten Fachbücher zum Thema “Kreatives Schreiben”
    Amazon.de Widgets So kannst du Kreatives Schreiben lernen:...
  2. Die besten Office Apps für Autoren, Schriftsteller und Vielschreiber
    Apps für das geliebte Smartphone sind in. Da...
  3. Schriften / Schriftarten für Bücher (Teil 1)
    Typografie ist für mich der interessanteste Aspekt im...

{ 5 comments… read them below or add one }

hoohead April 10, 2010 um 11:37

Schöner Beitrag, jedoch stehen noch einige Fragen offen.
Hat der Autor des Artikels eigene Erfahrungen mit Book on Demand Anbietern?
Bei http://www.bod.de schaute ich mich bereits vor einiger Zeit um – was mir hier irgend wie fehlte war die Möglichkeit das Cover zu entwerfen.
Auch Inhaltlich gibts es sicherlich einige Dinge die berücksichtigt werden müssen (wenn man wie ich absolut keine Ahnung vom Verlegen hat) – hier wären evtl. Tipps oder weiterführende Links nützlich.
Da dies erst der 1. Teil ist, warte ich gespannt auf den 2. Teil und hoffe er wird mit weiteren Tipps, vielleicht sogar mit persönlichen Erfahrungen gespickt sein.

Nicola April 10, 2010 um 13:48

Ja, beim Lesen sind mir auch noch einige Fragen offen geblieben.

F.R.J.K April 11, 2010 um 12:16

@hoohead: Natürlich wird im 2. Teil das besprochen, was jetzt noch offen ist. Es ging erst einmal darum, denjenigen einen Überblick zu verschaffen, die sich noch nie damit beschäftigt haben.

@Nicola: Welche Fragen denn? Oder soll ich raten?

Christian Mai November 3, 2011 um 17:33

Bei bod.de muss man noch beachten, dass bei der Variante Classic monatlich 1,99 Euro für die Datenvorhaltung erhoben werden. Das kann man ohne größere Kosten erst nach fünf Jahren stoppen. Redlicherweise sollte man also zu den 39 Euro diese 119,40 Euro noch dazu rechnen.

Achim Kuhlmann November 7, 2011 um 17:41

Ich habe gerade mein 2. Buch herausgebracht, diesesmal mit dem Verlag edition-winterwork in Leipzig Borsdorf. Nach meinen ersten Erfahrungen mit dem MV Verlag in Münster bin ich zu winterwork gewechselt und kann sagen, dass bei winterwork alles so wie abgesprochen gelaufen ist und das ist dann wohl mehr als fair vom Verlag. Der Termin der Auslieferung wurde eingehalten, der Verkaufspreis ist vertretbar und so wie kalkuliert und der Kontakt war immer freundlich und hilfreich. Einzig der Vertrieb, d.h. den Weg in die Buchhandlungen, den muss der Autor bei BOD immer selbst antreten. Den nimmt einem kein BOD Verlag ab. Dafür sind die Buchhandlungen zu sehr an die großen Verlage gebunden und geben den BODs keine Chance. Wer mehr von meinen Erfahrungen wissen will, kann mir gerne eine Mail schicken. achkuhlmann@gmx.de

Leave a Comment