5 lebenswichtige Tipps fürs Korrekturlesen

by Wort/Satz/Buch on 5. April 2010 · 4 comments

Korrekte Rechtschreibung ist nicht nur wichtig, sondern unerlässlich. Sowohl fürs Image, für die Karriere als auch für das eigene Wohlbefinden. Jeder Autor oder Schriftsteller steht zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der Frage, ob das Werk durch einen professionellen Lektor korrigiert werden soll oder “von Hand”.

Die zweite Möglichkeit besteht immer und ist kostengünstiger. Nachfolgend also fünf effektive Tipps für ein besseres Ergebnis beim autonomen Korrekturlesen.

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1. Das Werk ruhen lassen

Du solltest dein Manuskript nicht schon am gleichen Tag der Fertigstellung einer Korrektur unterziehen, sondern es erst einmal für mindestens einen Tag ruhen lassen!

Der Grund dafür: Womöglich hast du tage- oder wochenlang an deinem Text gearbeitet und somit eine “innige Beziehung” aufgebaut, die es dir erschwert, Fehler zu finden. Das liegt daran, dass du dich schon zu sehr an deine Fehler – ja, du machst Fehler – gewöhnt hast und sie nicht mehr auf den ersten Blick erkennst.

Nach ein, zwei Tagen und einer dem Schreiben fremden Beschäftigung dürfte dein Blick auch wieder für Fehler geschärft sein.

2. Korrigieren: 45min / Pause: 15min

Länger als 45 Minuten solltest du dich nicht mit der Korrektur beschäftigen, da deine Konzentration nach circa 30 Minuten “Tunnelblick” rapide nachlässt. Eine Viertelstunde Pause tut deinen Augen und deinem Geist gut und garantiert, dass die nächste Etappe keine Zeitverschwendung ist.

Was nützt es nämlich, wenn du zwar tagelang deinen Text korrigierst, jedoch in Wirklichkeit mehr Fehler übersiehst als du effektiv findest?

3. Erst ausdrucken, dann korrigieren

Einen Essay kannst du problemlos auch am Bildschirm korrigieren, einen Wälzer über 500 Seiten jedoch nicht. Das Lesen am Monitor ist anstrengender und nicht so präzise wie eine Korrektur auf “echtem Papier”. Daher solltest du deinen Text erst ausdrucken und dann mit Rotstift (und Lineal) bewaffnet an die Arbeit gehen.

4. Hilfsmittel fürs Korrekturlesen

Neben dem gerade erwähnten Rotstift ist ein Lineal sehr hilfreich, um nicht in der Zeile zu verrutschen. Weiterhin gehören ein aktueller Duden, eine umfassende Grammatik und ein ausgeschlafener Kopf dazu!

  1. Duden – Die deutsche Rechtschreibung (Amazon.de), Kosten: 20 Euro
  2. Duden – Die Grammatik (Amazon.de), Kosten: 25 Euro
  3. Ein Lineal, Kosten: 1-2 Euro
  4. Ein Rotstift (oder ein Stift in einer anderen Signalfarbe), Kosten: 1 Euro

PS: Du siehst, dass das Korrekturlesen “von Hand” sehr viel günstiger als ein professioneller Lektor ist, der die kombinierten 40-50 Euro gerne pro Stunde verlangt!

5. Die richtige Vorgehensweise

Es sollte klar sein, dass du mit der Überschrift beginnst und dich vom Anfang bis zum Ende des Textes vorarbeitest. Wichtig ist außerdem, dass du dir jedes Wort auch einzeln vornimmst und analysierst.

Immer dann, wenn du dir unsicher bist, dann greifst du zum Duden / zur Grammatik und überprüfst das Wort, den Satz oder die Zeichensetzung auf Fehler.

Nachdem du einen Abschnitt korrigiert hast – ein einzelner Kommafehler zählt als eigener Abschnitt – widmest du dich dem direkt darauf folgenden Abschnitt. Du musst beim Korrekturlesen präzise darauf achten, nicht mehr in “logischen” Sätzen zu denken, sondern die Wörter als unabhängie Konstrukte verstehen, die entweder richtig oder falsch geschrieben sein können.

Ein Geheimtipp von mir: Wenn du Schwierigkeiten dabei hast, die Wörter getrennt zu lesen und zu korrigieren, bietet sich folgender Trick an.

Bestimme einen Textabschnitt, den du korrigieren möchtest und arbeite diesmal von hinten nach vorn.

Somit ist gewährleistet, dass du die Satzstruktur vergisst und dich ausschließlich auf die Wörter an sich konzentrierst. Das klingt sehr zeitaufwändig, ist jedoch reine Gewöhnungssache.

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{ 4 comments }

Anne-Marie April 6, 2010 um 10:12

Vielen, vielen Dank für die wertvollen Tipps!

Manchmal sitze ich vor meinem Text und denke mir, dass ich die ganzen Fehler wohl nie finden werde und mir einen teuren Lektor engagieren muss – allerdings glaube ich nun eher, die Korrekturen weitestgehend allein bewerkstelligen zu können.

Eine wunderbare Internetseite ist das hier übrigens.

Leski1962 April 19, 2010 um 07:55

Abgefahren!!! Wirklich ein cooler Artikel. Freue mich immer was neues von dir zu lesen!

Barbara H. Oktober 7, 2011 um 07:41

Ein interessanter Artikel, vor allem Tipp 5 habe ich mir gestern bei einer meiner Kurzgeschichten zu Herzen genommen: das “Rückwertslesen” hat mir wirklich etwas gebracht, also Danke dafür! Was mir persönlich auch immer sehr hilft, ist jemand anderen über den Text lesen zu lassen. Wenn ich meine eigenen Texte lese, dann fallen mir oft ungeschickte Satzkonstruktionen oder Grammatikfehler nicht auf, weil ich sie durch das Schreiben und Umschreiben schon “gewohnt” bin – jemand anderem fällt da meist gleich auf, dass es etwas seltsam klingt; auch wenn er kein Grammatikgenie ist.

Wort/Satz/Buch Oktober 7, 2011 um 09:12

Schön, dass wir helfen konnten!

Jemand anderen “drüberlesen” zu lassen halten wir auch für eine gute Idee, denn oft sieht man wirklich nicht mehr, was man da eigentlich für einen Schmarrn geschrieben hat!

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